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MAKE IT DIFFERENT - Interview mit Mirjam Smend!
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MAKE IT DIFFERENT - Interview mit Mirjam Smend!

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Unsere MAKE IT DIFFERENT Kampagne ist nicht nur auf Holland beschränkt, sie findet überall statt. In unserer Heimatstadt München hatten wir Mirjam Smend sofort mit im Boot, als es darum ging, Fotos mit der roten Hose zu machen.
Für alle, die noch nicht wissen wer Mirjam ist, haben wir sie ausführlich interviewt.
In diesem Interview gibt es Liebeserklärungen und Geständnisse, was will man mehr?

Hi Mirjam, viele kennen Dich ja schon, aber sei doch so nett und stell Dich vor. 

Bei einem so wechselhaften Lebenslauf wie meinem ist das gar nicht so einfach. Vielleicht so: Ich bin Fair Fashion Enthusiast und Game Changer. Vor fast fünf Jahren habe ich beschlossen, meine Fähigkeiten nicht länger der konventionellen Mode zur Verfügung zu stellen, sondern meine Stimme, meine Energie, mein XL-Netzwerk der nachhaltige Mode zur Verfügung zu stellen. Als Bloggerin, Spenderin, Fashion Revolution Ambassador und als Gründerin der GREENSTYLE munich fair & conference, die wir während des Lockdown zum „home of sustainable fashion“ ausgebaut haben.

 

Wie bist Du darauf gekommen die Greenstyle zu gründen? Gab es einen "Erleuchtung unter der Dusche" Moment? 

Ich hatte nie den Plan ein Messe- und Konferenzformat zu entwickeln. Ich bin Journalistin mit einer neuen Mission. Um noch mehr Leute für nachhaltige Mode zu begeistern wollte ich ein Popup Event organisieren und dort die tollen Eco Brands zeigen, über die ich sonst immer schreibe. Das Interesse auf Seiten er Brands war so groß, dass wir wenige Monate später mit über 30 Ausstellern und einem zweitägigen Konferenzformat die 1st edition der GREENSTYLE im Haus der Kunst veranstaltet haben.

  
 

 

Wir finden das Konzept, dass die Greenstyle vieles auf einmal ist (Konferenz, Messe, Shopping, Happening, place to be), ganz toll. War das von Anfang an die Strategie? 

Wir wollten Konsumenten für nachhaltige Mode begeistern. Dazu mussten wir erstmal den Zugang schaffen, da die großen Messen wie die NEONYT ja dem Fachpublikum vorbehalten sind. Also: Endverbrauchermesse. Allerdings wollten wir nicht nur eine andere Art des Konsums propagieren, sondern das Thema in einen inhaltlichen Kontext setzten - deshalb die Konferenz. Und weil nachhaltige Mode sich nicht nur besser anfühlt, sondern auch jede Menge Spaß macht, war klar, dass es ein Happening werden muss. So sind wir in die 1st edition gestartet und das Konzept kam an.

 

Wir (Susanne und Julia) haben uns über die Greenstyle kennengelernt. Welchen spannenden Menschen bist Du denn schon auf Deiner Messe begegnet / Über wenn hast Du Dich am meisten gefreut?

Die 2,5 Event-Tage sind nach wie vor für mich wie ein Tunnelerlebnis aus Adrenalin, Begeisterung und Erschöpfung nach der monatelangen Vorbereitung. Ehrlichgesagt kann ich mich nicht an alle Menschen erinnern, mit denen ich gesprochen habe. Eine Person ist mir aber definitiv in Erinnerung geblieben. Susanne Barta hat bei der 2nd edition alle Conference Slots besucht und mich am letzten Tag angesprochen. Daraus ist nicht nur eine wunderbare Freundschaft entstanden. Susanne Barta schreibt Texte für die GREENSTYLE, moderiert viele unserer Themen, hat uns als ins Bozen lebende Innsbruckerin den Zugang zur biolife ermöglicht und ist der der GREENSTYLE Family geworden.

 

Ich habe Komplimente von meinen 14 (!) jährigen Töchtern und meiner Schwiegermutter bekommen.

 

Könntest Du etwas über unsere rote Hose sagen? Wenn möglich was nettes :)

Ganz ehrlich? Rot gehört nicht mal zu meinen Lieblingsfarben. Aber:

  1. Ich habe sie angezogen und sie hat perfekt gepasst
  2. Sie ist innerhalb von Sekundenbruchteilen zu einem Teil von mir geworden
  3. Sie ist so herrlich feminin
  4. Wir sollten alle etwas mehr Farbe ins Leben bringen und
  5. Das ist fast der wichtigste Punkt: ich habe Komplimente von meinen 14 (!) jährigen Töchtern und meiner Schwiegermutter (in deren Atelier wir fotografiert haben) bekommen.

Wollt Ihr noch mehr wissen? Dann schaut mal bei Gelegenheit auf @mygreenstylecom vorbei.

  

Du arbeitest mit Deinem Mann zusammen. Wir stellen uns das gerade in Corona Zeiten schwierig vor. Wie funktioniert das bei Euch? 

Das ist aktuell nicht schwieriger als „ orher". Nein, Spaß bei Seite. Wir arbeiten seit über zwei Jahren von zu Hause aus. Gemeinsam. Jeder mit seinen Kopf. Da sprühen schon mal die Funken. Aber ganz ehrlich? Ich wüsste nicht, mit wem es besser klappen würde. Wir sind ein super Team (Achtung: Das war eine Liebeserklärung!).

 

Disruptionen wie diese sind der Katalysator für Veränderung.

Gibt es etwas, was Du als positiv empfindest, das nur durch die Veränderungen in der Corona Zeit entstehen konnte? 

Während des Lockdown wurden wir alle ganz schön entschleunigt. Die Menschen hatten mehr Zeit zum Nachdenken. Solidarität war ein Wort, das man lange vorher nicht gehört hat. Die Entwicklung ging in die richtige Richtung. Aber ganz ehrlich? Wir hätten alle mehr daraus machen können. Disruptionen wie diese sind der Katalysator für Veränderung. Aber immerhin: Das Lieferkettengesetz kommt endlich (kaum werden die Zustände in Bangladesch & Co. noch schlimmer) und all die kleinen Eco Brands, mit denen wir immer arbeiten haben so gut wie alle die Krise überstand. Nicht leicht, aber immerhin. Wir machen einfach weiter.

  

Was hältst Du von transparenten Lieferketten?  Verfolgst Du die Debatte im Bundestag? Denkst Du dass es wichtig ist, das hier ein gesetzlicher Rahmen geschaffen wird? 

Transparente Lieferketten sind das A und O. Und das Gesetz ist längst überfällig. Freiwilligkeit hat leider nicht funktioniert. Kaum vorstellbar, wie leicht viele Unternehmen die Verantwortung unter den Tisch fallen lassen. Was interessiert mich, was im Ausland passiert? Wenn unsere fundamentalen Menschenrechte durch Freiwilligkeit geschützt wären, würden wir doch alle auf die Barrikaden gehen!

 

Hast Du schon Pläne für die nächste Greenstyle? Wann ist es denn wieder soweit? 

Wir werden Anfang November wieder mit einer kleinen Version der GREENSTYLE auf die biolife nach Bozen gehen. Das wird (hoffentlich) unser Schritt zurück in die analoge Welt. Als Veranstalter sind wir ganz schön hart getroffen worden. Eine weitere Koop ist für Ende November geplant und im März wollen wir - wenn die Umstände es zulassen - wieder eine richtige GREENSTYLE machen.