Stefanie - Diller Yourself

Stefanie - Diller Yourself

Was waren deine Beweggründe Stilberaterin zu werden?

Ich bin seit 25 Jahren in der Mode, habe Design studiert, im Textileinkauf Mio. verantwortet und als VIP Beauftragte für die Gala gearbeitet. Dort habe ich Prominente durch super Outfits gut aussehen zu lassen - auf der Bühne, für ein Event oder Shooting. Viele kamen danach zu mir und fragten, ob ich das auch für sie privat tun würde. Ich habe gespürt, dass ich nicht nur ein gutes Händchen habe, für jeden die perfekten Outfits zu kreieren. Ich liebe es Menschen besser aussehen zu lassen, weil sie sich dann wohler fühlen, selbstbewusster und aus sich heraus wachsen.

 

Welche Probleme oder Unsicherheiten fallen dir bei deinen KundInnen am häufigsten auf?

Es sind weniger konkrete Probleme als eine Überforderung der vielen Möglichkeiten im Modedschungel. Was steht mir, welche Farben, Schnitte, Muster, Schuhe, Accessoires und wie kombiniert man das alles?  Spontane Fehlkäufe führen zu Schrankleichen und am Ende liegt ein Sammelsurium aus Kleidung im Schrank, die nicht sehr gut kombinierbar ist. Oder die Mode ist einfach schwierig tragbar, wenn man keine Modelmaße hat.

 

Du berätst oft Business-KundInnen. Aus deiner Sicht, in welche Richtung entwickelt sich die Business Mode?

Durch Corona ist die Businessmode legerer geworden, im Homeoffice haben sich viele an gemütliche Kleidung gewöhnt. Diese Bequemlichkeit möchten viele weiterhin tragen, d.h. der legerere Business Casual Look wird die Mode der Zukunft im Business sein. Die Kleidung muss daher angenehm tragbar, leicht, elastisch und nachhaltig kombinierbar sein. Positiv finde ich, dass es insgesamt viel mehr Farbe gibt und das auch gut angenommen wird. So wird unsere Businesswelt lebendiger und vor allem weiblicher.

  

Wie gehst du mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Mode um?

Ich finde "cost by wear" macht am meisten Sinn. Es ist besser, ein perfektes Kleidungsstück zu haben, das vielseitig kombinierbar und lange getragen werden kann - als ständig neue Fair Fashion zu kaufen, die dann ungetragen im Schrank liegt. Mit meinen Kunden erarbeite ich eine sinnvolle Garderobe mit Kleidungsstücken, die mal sportlich, mal elegant, mal lässig kombiniert werden können. So haben sie lange etwas davon und das ist der nachhaltigste Umgang überhaupt.

 

Wie lässt sich Female Empowerment in Alltagsmode für dich ausdrücken?

Der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit über Mode ist sehr individuell und ich freue mich immer darüber, wie vielseitig Frauen dies tun. Ob sie einen knallroten Hosenanzug tragen, ein charmantes Kleid oder eine lässige Jeans-Blusen Kombination hängt vom jeweiligen Typ ab. Ich mache Frauen gern Mut zu Farbe und entwickle einen roten Faden in ihren Looks für die Wiedererkennung.

Female Empowerment bedeutet für mich auch Sichtbarkeit und Selbstbefähigung, damit wir weltweit die gleichen Chancen haben und respektiert werden. Ich mache aus Frauen keine Modepüppchen, ich stärke sie.

 

Foto: Uwe Gärtner